SMS-Gedichte

SMS-Gedichte? Ist es nicht eine Perversion der großen Dichtkunst, Gedichte in 140 Zeichen zu quetschen? Nein, ist es nicht. Selbst Dichter, die das Aufkommen des Mobilphones um ein oder zwei Jahrhunderte verpasst haben, schrieben schon Gedichte, die auf so einen Minibildschirm passen. Das beweist eine kleine Sammlung von SMS-Gedichten beim Lyrik-Lesezeichen.

Sortiert nach Empfängern bzw. Anlässen wurden alte Gedichteschätze geplündert, wobei manchmal doch einem längeren Text ein Vierzeiler herausgerissen wurde.  Aber ist es nicht eher Beweis für die Göße eines Dichters, wenn eine Strophe allein lebensfähig ist? Es gibt Freundschafts- und Liebesgedichte abzustauben, auch an Geburtstag, Hochzeit, Weihnachten und Neujahr wurde gedacht.

Doch nicht nur die SMS-Gedichte sind eine Attraktion, auch der Text drumherum kann sich lesen lassen. Ich hab selten so ein spinnertes Zeug auf einer Lyrikseite zu Gesicht bekommen. Der Text beginnt:  „Ja, hallo, tut uns leid, wir bekennen uns schuldig:  Hier gibt es gar keine SMS-Gedichte. Diese Seite soll nur unschuldige, rehäugige Handynutzerinnen anlocken, um sie lyriksüchtig zu machen. Wir entschuldigen uns in aller Form. Leben Sie wohl. “ Anschließend werden die Leserabwehrversuche immer weiter getrieben bis es dann doch zu Sache geht.   Ein Spaß für alle Daumen.

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